Sappie bzw. Handsappie

Holz machen mit dem SappieDer Sappie, oder auch Sapie genannt, ist ein Werkzeug, das in der Forstwirtschaft traditionell zum Einsatz kommt. Die Tatsache, dass er in nahezu jeder Region eine besondere Bezeichnung hat, lässt vermuten, dass er zu den ältesten Hilfsmitteln bei der Holzernte und Holzverarbeitung zählt. Das Gerät ist unter anderem auch als Sapie, Handsappie, Sappel, Sappl und Zapin bekannt. In Bayern nennt man es auch Griesbeil, in Norddeutschland wird es Holzfuhrhaken genannt.

Der Sappie-Aufbau

Der Sappie erinnert im Aufbau an eine Axt. An einem langen Stiel ist ein geschmiedeter Kopf aus Stahl oder Aluminium befestigt, der in einem Winkel von 120° in einen spitzen, gebogenen Dorn ausläuft. An der oberen Seite des Dorns sind häufig Zacken vorhanden, die einen festeren Halt im Holz bewirken. Das hintere Ende des Kopfes ist in der Regel als hammerähnliche Schlagfläche ausgeformt. Es gibt auch Holzwerkzeuge, bei denen das hintere Ende als Beil oder Axt ausgebildet ist. Diese Werkzeuge werden als Sappiebeil, Sappieaxt bzw. Holzfälleraxt oder Krumpholzaxt (nach dem Hersteller KRUMPHOLZ) bezeichnet.

Die Stiele der Sapies bestehen meist aus Holz und haben eine Länge von 30 cm bis 120 cm. Als Holz für die Stiele haben sich Esche und Hickory bewährt. Einige Hersteller liefern Sappies mit Kunststoff- oder Aluminiumstielen. Ein zusätzlicher Haken am unteren Griffende verhindert bei vielen Stielen das Abrutschen. Für die kleineren Ausführungen mit Stielen bis 80 cm Länge ist die Bezeichnung Handsappie üblich.

 

Verwendungszweck für Sapies

Der Sappl wird vor allem bei Holzrückearbeiten eingesetzt, dabei ist es nicht mit dem Fällheber mit Wendehaken zu verwechseln. Darunter wird in der Forstwirtschaft das Anheben, Bewegen, Ziehen oder Wenden von Baumstämmen oder Sägestücken verstanden. Die Spitze des Sappies wird zu diesem Zweck in das Holz eingeschlagen. Der lange Stiel dient als Hebel und erweitert den Aktionsradius des Forstarbeiters. Der große Vorteil dieses Werkzeuges besteht darin, dass bei vielen Arbeiten das Bücken entfällt und der Rücken des Waldarbeiters deutlich geschont wird. Am Boden liegende Stammabschnitte oder Kloben können mit dem Sappie leicht aufgerichtet und in einen Sägebock gestapelt werden.

Für das Aufheben von Meterstücken wird der Sapie an einem Ende in das Holz geschlagen und angehoben. Dann kann das andere Ende aufgegriffen und das Holzstück körpernah getragen werden. Holzstämme, die mit einem Seil an eine Winde oder an ein Geschirr für Rückepferde angehängt werden sollen, lassen sich mit einem Sappie anheben. Dabei wird die Hebelwirkung des langen Stiels ausgenutzt. Das Seil lässt sich gut am angehobenen Ende des Stammes befestigen.

Mit dem Sappiebeil, das für das Bewegen und Aufnehmen kleinerer Baumstämme oder Sägestücke vorgesehen ist, können zusätzlich das Entasten der Stämme und das Hacken von Holz erfolgen, ohne das Werkzeug zu wechseln.

 

Den Sappl richtig benutzen

Beim Arbeiten mit dem Sappl sind einige Regeln zu beachten:
– Das Werkzeug ist vor Beginn der Arbeit auf den ordnungsgemäßen Zustand zu kontrollieren. Der Kopf muss frei von Rissen sein und am Stiel festsitzen. Der Stiel darf ebenfalls keine Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Stiele müssen ausgewechselt werden. Dafür werden am Markt Ersatzstiele und die erforderlichen Keile für die sichere Befestigung angeboten.

– Der Standort muss sicher gewählt werden. Wird das Werkzeug in Richtung des Körpers geführt, ist im Spreizschritt zu arbeiten. Unter dem Holz, das mit dem Sappie angehoben wurde und gehalten wird, sollen sich keine Gliedmaßen befinden, die beim Abrutschen des Werkzeuges verletzt werden würden.

– Soll ein Holzstamm aus einem Stapel entnommen werden oder an einem Hang bewegt werden, müssen sich alle anwesenden Personen außerhalb des Bereiches aufhalten, in den der Stamm rollen oder rutschen kann. Ein Stamm kann von zwei Personen, die seitlich des Stapels stehen, mit Sappies angehoben und vom Stapel gezogen werden.

– Zum Schutz vor Verletzungen ist beim Arbeiten mit Sapies eine persönliche Schutzausrüstung erforderlich, die Schnittschutzschuhwerk, Schienbeinschoner und Schutzhelme einschließt.

– Praktisch für den Transport des Sappies ist eine Sappiehalterung, die am Werkzeuggürtel befestigt werden kann. Sappiehalter können auch an Forstmaschinen angebracht werden.

 

Sappies (Sapies, Sappl, Zapins) kaufen

Vor dem Kauf eines Sapies muss feststehen, wofür er eingesetzt werden soll.
Zum Brennholz Hacken eignet sich ein Handsappie, der mit einem Beil kombiniert ist besser. Die Stücke können mit der Spitze aufgenommen werden und dann gleich mit dem Beil gespalten werden. Für das Aufnehmen der Holzscheite ist ein zweiter Sappie mit einer mittleren Stiellänge nützlich. Viele Lieferanten reagieren auf den Bedarf der Anwender damit, Sappies im Set anzubieten.

Waldarbeiten mit starken Baumstämmen erfordern den Einsatz großer Werkzeuge mit Stielen bis 120 cm.
Wer ein Handsappie günstig kaufen will, findet Angebote ab ca. 20,- EUR. Solche Holz-Werkzeuge sind für den gelegentlichen Gebrauch geeignet. Für häufig anfallende Arbeiten lohnt sich die Anschaffung eines hochwertigen Handsappies. Als Entscheidungshilfe können im Internet veröffentlichte Tests und Vergleiche herangezogen werden. Dort findet man auch interessante Videos, die Tipps zur Handhabung und Anwendung des Holzwerkzeugs beinhalten.

 

Sappie von Ochsenkopf

Mit den Typen OX 171, OX 172 und OX 173 deckt Ochsenkopf ein breites Spektrum an Sappies und Handsappies ab. Die einzelnen Köpfe sind mit unterschiedlich langen Stielen aus Eschenholz (Kennbuchstabe E), Hickoryholz (Kennbuchstabe H), Alu (Kennbuchstabe A) oder Kunststoff (Kennbuchstabe K) kombiniert.

Zum Verrücken und Ziehen von Holzstämmen eignet sich der OX 171 E, dessen Stiel eine Länge von 110 cm hat. Beim Kopf kann zwischen den Gewichten 1,1 kg und 1,3 kg gewählt werden.

Die OX 172 A ist ein Handsappie aus Alu, die in den Längen 50 cm, 70 cm und 90 cm erhältlich ist. Der Stiel aus einer hochwertigen Aluminiumlegierung ist mit einem Kunststoffgriff versehen. Am Griff ist ein Haken angebracht, der zusätzlich Sicherheit gegen Abrutschen bietet. Die 50 cm lange Version ist auch mit einer Schneide auf der Rückseite des Kopfes lieferbar. Zum Bewegen und Aufnehmen von kleineren Baumstämmen und Holzstücken ist die OX 173 vorgesehen. Dieser Handsappie ist mit Holz- oder Kunststoffstiel erhältlich.

 

Sappies von Fiskars

Fiskars bietet zwei Modelle von Handsappies an. XA2 und XA22 mit Klingen aus Stahl.
Der Handsappie XA2 ist mit einem Gewicht von ca. 0,3 kg und einer Länge von 35 cm sehr gut für das Anheben, Tragen und Stapeln kleinerer Holzstücke und Scheite geeignet. Der Griff besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Der Fiskars WoodXpert Sappie XA22 ist mit einem Gewicht von 0,9 kg und einer Länge von 79 cm die größere Variante dieses Werkzeugs. In Tests schneiden die Handsappies von Fiskars vor allem wegen ihres geringen Gewichtes und des ergonomisch gestalteten Stiels besonders gut ab.

 

Sappies von Stihl

Stihl hat vier Formen von Sappies im Sortiment. Der Handsappie von Stihl hat Gewicht von 0,5 kg und einen 35 cm langen Holzstiel. Die beiden Formen des leichten Sappies sind bei Stihl mit einem 107 cm langen Holzstiel versehen. Sie sind mit glattem Rücken (Tiroler Form) bzw. mit einer Zahnung am Rücken (Biber Form) verfügbar. Das Gewicht beträgt 1,1 kg (Tiroler Form) bzw. 1,3 kg (Biber Form).


Darüber hinaus hat Stihl den Aluminium Sappie mit Kunststoffgriff im Sortiment. Der Kopf besteht aus einer hochfesten Aluminiumlegierung. Bei einer Länge von 70 cm beträgt das Gewicht des Alu Sappie nur ca. 0,6 kg.

 

Sappies von Stubai

Die österreichische Firma Stubai bietet das Holzwerkzeug unter der Bezeichnung Sappel an. Das Sortiment der Firma reicht von einfachen kurzen Handsappies mit Holzgriff, über mittlere Längen mit ergonomisch geschwungenem Aluminiumgriff bis zu Sappies mit einer Länge von 1,15 cm.


Die Werkzeuge werden wahlweise mit Köpfen in Tiroler Form oder Unterländer Form angeboten. Die Tiroler Form hat eine sichelförmig gebogene Spitze. Die Spitze der Unterländer Form ist schnabelähnlich geschwungen. Beide Varianten sind mit oder ohne Verzahnung auf der Oberseite lieferbar.

Weitere bekannte Hersteller sind Husqvarna, Müller, Oregon, Helko, Adler und Hornbach.


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