Der Schnittschutzstiefel Ratgeber

Schnittschutzstiefel

Woher kommt der Schnittschutz? Harte Arbeit erfordert hohe Ansprüche. Kräftige Arbeiter brauchen mindestens genauso belastbare Schuhwerk. Unwegsames Geländes ist dabei nur leicht mit dem richtigen Schnittschutzstiefel zu bewerkstelligen. Höchste Ansprüche an Material und Sitz werden dabei von ihnen abgefordert. In Punkto Sicherheit müssen Sie zudem auch noch eindrucksvoll überzeugen. Moderne Komponenten und qualitative Verarbeitung sind dabei unerlässlich.

Der Arbeitsalltag im Forstgewerbe oder auch in anderen handwerklichen Arbeitsbereichen in denen schwere Maschinen, scharfe Sägen oder ähnliche Werkzeuge zum Einsatz kommen macht den Einsatz von spezieller schnittfester Arbeitsbekleidung unumgänglich. Ein Schnittschutzstiefel muss heutzutage vielfältige äußere Einwirkungen abwehren können und die Sicherheit der Person auch im Extremfall sicherstellen. Ein derartiger Schnittschutzstiefel, auch Forststiefel oder Motorsägenstiefel genannt, sollte daher zum einen über ein solides Obermaterial verfügen, dass den Fuß klimatisch vor Wettereinflüssen, Wasser und Schmutz bewahrt, aber gleichzeitig entstehenden Schweiß nach außen transportieren kann.

Andererseits sollte der Forstschutzstiefel auch über die richtige Innenausstattung verfügen. Zehenschutzkappen (Stahlkappen) im vorderen Bereich und stich- und rutschfeste Sohlen, um den richtigen und sicheren Halt zu gewährleisten. Ein robuster Forstsicherheitsstiefel sollte die Füße dabei vor starker Kompression, vor herabfallenden Gegenständen und vor Durchstichen von allen möglichen Seiten her schützen können. Der Schutzstiefel wird, um seine optimale Schutzfunktion auszuüben aus modernsten Materialien gefertigt. Das hierfür verwendete Material ist daher äußerst spezialisiert und aufwendig gefertigt.

 

Der prinzipielle Aufbau eines Forststiefels

Die äußere Hülle

Die besondere Widerstandsfähigkeit von Schnittschutzstiefeln rührt neben der Stahlkappe im Zehenbereich auch von dem robusten Obermaterial, welches die im unteren Abschnitt beschriebenen Motorsägengeschwindigkeiten standhalten muss. Schnittschutzstiefel sind dabei in allen gängigen Größen (39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46 erhältlich). In der Regel wird das Obermaterial mit einer hochfesten, äußerst widerstandsfähigen Schnittschutzeinlage unterstützt, die einen entsprechenden Schutz bietet. Insbesondere kommt hier häufig Aramidfasergewebe zum Einsatz, das ggfs. in Kombination mit noch weiteren robusten Materialschichten oder Fasern in die äußere Schicht des Stiefels eingearbeitet wird.

Die besondere Schutzwirkung dieses Materials beruht besonders auf der Eigenschaft, dass nach Eintritt der Motorsäge die Fasern sofort zerfetzen. Zwar zerstört dies den Forst Schnittschutzstiefel, die zerfetzten Fasern aber sind es, in der sich die Kette der Motorsäge verfängt und so die Maschine zum Stillstand bringen.

Erst in den letzten Jahren wird verstärkt auch auf erhöhten Tragekomfort und Atmungsaktivität beim den Forststiefeln geachtet. Hierbei kommen gummielastische Materialien zum Einsatz, die obwohl sie viel weicher und elastischer sind, einen dennoch ausreichend Schutz bieten. Diese Materialien machen es der Kette schwer, den Schuh zu durchtrennen, da auch hier die Kette sich in dem Material verfängt und letztendlich zum Stillstand kommt. Ohne das Schutzmaterial vom Schnittschutzstiefel durchdrungen zu haben.

 

Zehenschutz durch Stahlkappen
Die Zehenschutzplatte ist herkömmlicherweise aus Stahl hergestellt. Kann aber in der Verstärkung auch aus einem Verbundmaterial, etwa einem Kunststoff wie TPU (thermoplastisches Polyurethan) oder sogar aus Aluminium gefertigt sein. Stahlkappenstiefel müssen sehr hohen Ansprüchen genügen. Gerade Feuerwehr, Bauarbeiter oder auch Soldaten haben in Ihrem Berufsalltag ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Und gerade die Zehen und der Fußrücken sind hierbei einem starken Risiko ausgesetzt.

Gleichzeitig sollten diese Bestandteile auch den Tragekomfort des gesamten Stiefels nicht unnötig einschränken. Gewicht, Material und Form sind hierbei wichtige Faktoren bei der Wahl des richtigen Forststiefels. In zahlreichen, im Internet zu findenden Schnittschutzstiefel Tests, wird besonders auf die Qualität und den Tragekomfort der Schuhe mit Schutzkappen Rücksicht genommen. Auch werden verschiedene Werkstoffe wie Leder oder Synthetikfasern mit einander verglichen und schlussendlich ein Testsieger gekürt.

 

Das Innenfutter
Hersteller und Entwickler dieser Hightech-Fußbekleidung sind ständig damit beschäftigt den Tragekomfort und die Belastbarkeit zu erhöhen. Dabei werden die Schnittschutzstiefel immer flexibler, wasserundurchlässiger und atmungsaktiver trotz gleichbleibender (oder verbesserter Schutzfunktion). Immer neue Patente in der Konstruktion des Schuhinnenfutters sorgen dafür, dass diese Stiefel mit Schnittschutz eine gleichbleibend hohe Qualität an den Tag legen. und das bei langfristiger, täglicher Benutzung. Das Innenfutter sollte also nicht nur den Fuß optimal schützen, sondern sich auch auf den flexiblen Temperaturhaushalt des Körpers, selbst bei hoher Belastung oder im Winter, einstellen und im Gleichgewicht halten bzw.  Schweiß abführen.

Ein Schnittschutzstiefel muss demnach aus einem atmungsaktiven, elastischen und formbaren Material gefertigt sein, das sich den Begebenheiten des jeweiligen Arbeitseinsatzes optimal anpasst.
Eine gute Balance zwischen Sicherheit und Komfort bietet eine sogenannte Membrantechnologie, in der ein Material verwendet wird, das all die gewünschten Schutzeigenschaften besitzt, jedoch gleichzeitig über winzige Poren einen Atmungsaustausch mit der Umgebung gewährleistet. So kann der Schweiß von der Luft abtransportiert werden, während gleichzeitig keine Schmutzpartikel oder Wassertropfen in den Schuh eintreten können. Das Innenfutter ist der Kontaktpunkt zwischen Schuh und Fuß und ist somit ein wichtiger Faktor in Sachen Komfort.

 

Die Schuhsohle und der Arbeitsalltag
Rutschsicherheit ist der wohl wichtigste Faktor bei der Wahl der richtigen Sohle. Wer gute Schnittschutzstiefel günstig kaufen möchte, sollte dennoch ganz besonders auf die Besohlung des Stiefels achten. Denn besonders in unwegsamen Gelände, auf sehr flachem oder rutschigen Untergrund ist richtiger Halt äußerst wichtig. Viele Unfälle passieren nicht nur durch den direkten Kontakt von Kettensägen o.ä. mit dem Stiefel selbst, sondern auch durch das Ausrutschen und dem damit verbundenen Gleichgewichtsverlust.

Sämtliche Forstschutzstiefel sollten über eine gute Rutschsicherheit verfügen, um nicht an anderer Stelle einen Unfall herbeizuführen. Gerade im Wald oder bei der Arbeit in der Feuerwehr ist es daher wichtig immer einen guten Halt zu haben.

Eine andere wichtige Funktion der Stiefelsohle ist zudem der Durchstichschutz. Auch von unten können Gefahren lauern. Etwa beim Treten, Marschieren oder laufen auf unbekanntem Gelände beziehungsweise Baustellen. Es ist sehr wichtig, dass ein unbedachter Schritt nicht zu einem Durchstechen von unten führt und die Sohle des Schnittschutzstiefels genügend Sicherheit vor spitzen Gegenständen bietet.
In vielen Tests und Belastungsproben wird besonders auch auf die Beweglichkeit und Belastbarkeit der Stiefelsohlen eingegangen. Besonders Schnittschutzstiefel aus dem höherpreisigen Segment erwecken hier einen äußerst ausgewogenen Gesamteindruck. Ein Schnittschutzstiefel mit der Bezeichnung S3 verhindert damit das Eintreten von harten oder spitzen Gegenständen von unten.

 

 

Die Schnittschutzstiefel Klassen

Die Forststiefel mit Schnittschutz gehören mit zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen für die Arbeit im Wald, in der Industrie und in anderen Bereichen wo starke Gefahr für Leib und Leben bestehen. Daher müssen in Deutschland alle Schnittschutzstiefel die Euronorm DIN EN ISO 17249, bzw. die am 1. Juli 1995 veröffentlichte EG-Richtlinie 89/686/EWG einhalten und in einer von vier Schutzklassen eingeteilt werden. Jede Schnittschutzklasse wird dabei jeweils mit einer (Motorsägen-) Kettengeschwindigkeit definiert, deren Einwirkung der Forststiefel problemlos standhalten muss. Die Schutzklassen lauten dabei wie folgt:

  • Schutzklasse 1 (= 20 m/s Kettengeschwindigkeit)
  • Schutzklasse 2 (= 24 m/s Kettengeschwindigkeit)
  • Schutzklasse 3 (= 28 m/s Kettengeschwindigkeit)
  • Schutzklasse 4 (= 32 m/s Kettengeschwindigkeit)

Noch besser ist es, wenn der Stiefel das KWF Siegel besitzt. Dieses wird vom Kuratorium für Wald- und Forsttechnik vergeben. Dieses Zertifikat wird nur dann vom Kuratorium vergeben, wenn jegliche Auflagen des Arbeitsschutzes erfüllt sind. Demnach sind diese Sicherheitsvorschriften in den Richtlinien, gemäß im gesamten europäischen Raum einheitlich definiert und sollten zu jedem Forst Sicherheitsstiefel angegeben werden.

 

Besondere Anwendungsgebiete des Schnittschutzstiefels

Schnittschutz Gummistiefel (S3), Forstsicherheitsstiefel bzw. auch schnittfeste Feuerwehrstiefel sind, wie der Name verrät in der Forst-, Bau-, und Feuerwehrbranche und in vielen industriellen Bereichen sehr wichtig. Arbeitsschutzgesetze oder Versicherungsanforderungen setzen dabei die Verwendung solcher schnittfesten Stiefel voraussetzen. Viele Arbeitsbereiche verlangen weiterhin, welche Schutzstiefel verwendet werden müssen. Und gerade im Winter sind Leder Schnittschutzstiefel beispielsweise kaum aus der Forst mehr wegzudenken.

Die schnittfesten Stiefel sind häufig mit Erklärungen und Aufklebern versehen, die die Einhaltung entsprechender deutscher oder internationaler Normen bestätigen. Neben Schutzstiefeln zum Schutz vor Aufprall oder Fremdkörpereindringen gibt es auch Schuhwerk das zusätzlichen Schutz vor elektrischen Schlägen oder chemischen Einwirkungen bieten. Selbst die Modeindustrie bzw. verschiedene Subkulturen haben Gefallen an einigen Stahlkappenschuhen gefunden. Siehe den Damen Schnittschutzstiefel oder die Stahlkappen Hackenschuhe.

Immer neue Patente in der Konstruktion des Stiefelaufbaues sorgen dafür, dass diese Motorsägenstiefel mit Schnittschutz bzw. Kettensägenstiefel eine gleichbleibend hohe Qualität an den Tag legen – und das bei langfristiger, täglicher Benutzung.

 

Bekannte Marken im Vergleich

Es steht eine Vielzahl von Forststiefeln, in allen Preissegmenten und Qualitätsbereichen und teilweise erheblichen Unterschiede im Komfort und im Preis-Leistungsverhältnis zum Kauf bereit. Die positive Nachricht dabei lautet, dass alle in Deutschland angebotenen Schittschutzstiefeln den Sicherheitstest bestehen. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass ein höherer Preis nicht im Umkehrschluss auch immer höhere Qualität bedeuten muss. Auch günstige Stiefel kommen ihrem Verwendungszweck entsprechend gut nach.

Besonderen Zuspruch erhalten immer wieder die Forststiefel aus dem Hause Haix. Die Haix Schnittschutzstiefel aus deutscher Herstellung stehen seit 1948 für hervorragende Qualität. Trotz des hohen Preissegmentes lohnt sich der Kauf dieser Stiefel sehr, da sie mit den neusten und hochwertigsten Produkteigenschaften (atmungsaktiv, wasserabweisend etc.) gesegnet sind.

In anderen Preisklassen, mit dennoch sehr hoher Qualität und Tragekomfort positionieren sich beispielsweise die Schnittschutzstiefel der Firmen Cofra, Elten, Oregon, Treemme und Engelbert Srauss. Sie sind ebenfalls atmungsaktiv, wasserabweisend, abriebfest und besonders für arbeitsintensive Forstarbeiten geeignet sind. Das mittlere Preissegment ist eine gute Wahl für jeden preisbewussten Käufer.

Enge Verwandte der Haix Stiefel sind unter anderem Schnittschutzstiefel von Stihl, Meindl und Husqvarna. Auch diese schnittfesten Stiefel hinterlassen einen guten bleibenden Eindruck. Letztendlich entscheiden Sie selbst, welchen Hersteller Sie für Ihren neuen Forststiefel auswählen.


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