Richtig Holz spalten – ein Handwerk mit Tradition

veröffentlicht am 28. Juli 2018 in Holz von

Wer sich dazu entschließt, Holz mit der Hand zu spalten, entscheidet sich für das preiswerteste und umweltverträglichste Verfahren, Brennholz zu gewinnen. Allerdings ist das auch die anstrengendste Methode. Mit geeignetem Werkzeug, einer guten Schutzausrüstung, etwas Körperkraft und handwerklichem Geschick lässt sich das Vorhaben erfolgreich umsetzen und das benötigte Kaminholz selber spalten.

 

Werkzeuge zum Spalten von Brennholz

Vor dem Spalten wird das Holz auf die benötigte Länge gesägt. Die Länge hängt von den Abmaßen des Feuerraums im vorhandenen Ofen oder Kamin ab. Häufig stehen Meterstücke zur Verfügung, die in gleiche Teile getrennt werden. Die Scheite werden dann 25 cm, 33 cm oder 50 cm lang. Je kürzer das Holz ist, umso leichter gestaltet sich der Spaltvorgang. Gleichlange Stücke vereinfachen die Handhabung beim Holzspalten, weil eine Umstellung auf unterschiedliche Maße vermieden wird. Die gewonnenen Scheite lassen sich anschließend gut zum Trocknen in einen Holzunterstand einstapeln, wenn sie eine einheitliche Länge haben.

Holzhacken

Holzhacken mit der Axt

Für die Holzkloben, die gespalten werden sollen, braucht man eine ebene, feste Auflagefläche. Meterholz wird auf den Erdboden gestellt. Für kurze Holzstücke dient ein Hackklotz als Auflage. Der Hackklotz sollte aus trockenem Hartholz bestehen und einen Durchmesser haben, der um Weiten größer als der Durchmesser der Brennholzkloben ist. Am besten gelingt die Arbeit, wenn die Höhe von Hackklotz und aufgestelltem Holzkloben zusammen ungefähr der Hüfthöhe entspricht.

Als Werkzeug zum Zerspalten stehen Beil, Axt, Spalthammer und Spaltkeil zur Auswahl. Das Equipment wird so gewählt, dass es zur jeweiligen Arbeitsaufgabe passt. Je härter und länger das Holz ist, umso größer und schwerer ist das benötigte Werkzeug. Heutzutage werden auch häufig liegende und stehende Spalter verwendet.

 

Die richtige Technik zum Holz spalten

Um Holz sicher und richtig spalten zu können, sind einige Regeln zu berücksichtigen. Sind ein sicherer Standplatz gewählt und der Holzkloben aufgestellt wird zunächst die Schneide der Axt auf die Stelle aufgelegt, auf die sie später treffen soll. Sind bereits Trockenrisse auf der Schnittfläche zu erkennen, sollten sie als Zielpunkt ausgewählt werden. An diesen Stellen reißt das Holz leichter auseinander.

Die Axt wird über den Kopf gehoben. Die eine Hand greift dabei das Stielende, die andere fasst den Stiel unterhalb des Kopfes. Anschließend wird die Spaltaxt mit Schwung auf das Holz fallen gelassen. Die Hand, die den Stiel unterhalb des Kopfes gefasst hatte, gleitet dabei zum Ende des Stiels in Richtung der anderen Hand. Während dieses Vorgangs peilt man den Zielpunkt mit den Augen an. Wer unsicher zum Spaltwerkzeug blickt, wird diesen Punkt mit großer Wahrscheinlichkeit verfehlen.

Kurze Holstücke aus weichem Holz fallen meistens nach dem ersten Hieb auseinander. Für Längere Stammabschnitte aus härterem Holz sind in der Regel mehrere Schläge erforderlich.
Lässt sich das Holz nicht mit der Axt zerteilen, helfen Spaltkeile weiter. Spaltkeile sind in unterschiedlichen Längen aus Stahl oder Aluminium erhältlich, können aber auch aus Hartholz selbst zurechtgesägt werden. Die Keile werden mit einem kurzen Schlag im Holz fixiert oder in einen bereits vorhandenen Riss gesteckt und dann mit dem Vorschlaghammer oder der Rückseite des Spalthammers weitergetrieben. Bei besonders hartnäckigem Holz werden mehrere Spaltkeile benötigt, die nebeneinander eingeschlagen werden.

 

Wann sollte Holz gespalten werden?

Nadelholz lässt sich besser spalten, wenn es trocken ist. Es bildet beim Trocknen meist viele Schwundrisse, die gut als Ansatzpunkt für das Spaltwerkzeug genutzt werden können. Zu den am meisten verfügbaren Nadelhölzern, die leicht spaltbar sind, zählen Kiefer und Fichte. Das harzreiche Holz eignet sich besonders gut zum Entzünden von Brennholz in Kaminen und Öfen. Dazu wird es in fingerdicke Scheite gespalten.

Laubhölzer werden beim Trocknen härter und können dann nur mit viel Mühe gespalten werden. In frisch geschlagenem und in Stücke gesägtem Laubholz bilden sich nach einigen Tagen Schwundrisse. Das ist der beste Zeitpunkt, es in Scheite zu teilen.

In frischem Zustand sind Buchenholz, Eichenholz und Erlenholz leicht spaltbar. Pappelholz, Birkenholz und Kirschholz gelten als schwer spaltbar. Frisch geschlagene Birke ist besonders reich an Wasser. Die Rinde schützt sie vor dem Austrocknen. Dadurch kann das Holz im Inneren faulen und an Qualität verlieren. Deshalb sollte besonders Birke bald nach dem Schlagen gespalten werden.

Große Baumstämme mit Spaltkeilen teilen

Soll ein langer Holzstamm von Hand gespalten werden, ist eine andere Methode erforderlich. In den liegenden Baumstamm werden entlang einer Faser mehrere Spaltkeile in kurzen Abständen nebeneinander eingeschlagen. Je härter das Holz ist, umso enger müssen die Keile beieinanderstehen. Manchmal müssen zusätzliche Keile in die Zwischenräume getrieben werden, bis der Stamm auseinanderfällt. Vorteilhaft ist es dabei, den Stamm vorher wenigstens teilweise zu entrinden. Dann wird der Faserverlauf erkennbar. Ist die Rinde noch vorhanden, muss der Faserverlauf geschätzt werden.

 

Hartholz und verwachsenes Holz – die Herausforderung

Hartholz und verwachsenes Holz stellen eine besondere Herausforderung beim Brennholzspalten dar. Die Stücke sollten vorher so kurz wie möglich gesägt werden. In der Regel lassen sich am Rand leichter Teile abspalten. Die Arbeit sollte also dort beginnen und nach und nach zur Mitte hin fortschreiten. Es besteht auch die Möglichkeit, mit der Kettensäge Schlitze in die Schnittfläche des Holzklobens zu schneiden.

In diesen Schlitzen finden Spaltkeile einen Ansatzpunkt, von dem aus sie weitergetrieben werden können.
Sollte sich die Spaltaxt im Holz verklemmen und durch hin und her Bewegen nicht lösen lassen, helfen Spaltkeil weiter, mit denen sich der Riss im Holz verbreitern lässt. Die Axt zusammen mit dem Holzkloben anzuheben und damit zuzuschlagen bringt die Gefahr, dass das Holz unerwartet wegfliegt oder verkantet auf dem Hackklotz auftrifft unkontrolliert wegspringt. Dem entgegen steht die viel weniger anstrengende Benutzung eines modernen Holzspalters. Diese kraftvollen Powermaschinen erzeugen über die Hydraulikpumpe mehrere Tonne Spaltkraft und zerteilen jegliches Holz mühelos.


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